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Die Neutralität der Schweiz

30.08.2026

Im Schnittpunkt der drei grossen europäischen Nationen, D, F, I, liegt die Schweiz. Sie hat keine eigene Landessprache, die Schweizer sprechen eine der Sprachen ihrer Nachbarn (vom Rätoromanisch einer kleinen Minderheit abgesehen.) Die Schweiz löst einen singulären Punkt auf der Landkarte auf: ohne die Schweiz würden die drei Nationen bzw. Sprachregionen D, F, I an einem singulären Punkt, zb. am Matterhorn, zusammenstossen. Konflikte an den Grenzen zweier Staaten sind schon oft nicht einfach zu lösen. Wenn die Grenzen von drei Staaten an einem Punkt zusammenlaufen, wird es richtig kompliziert. Um Konflikte auszuschliessen oder zu minimieren, bietet sich die Lösung an, den singulären Punkt durch einen neutralen Flecken auf der Landkarte zu ersetzen. Dann hat jeder der drei Grossen nur 1 Grenze mit einem anderen Grossen, sowie 1 Grenze mit dem kleinen Neutralen. So gesehen folgt die Neutralität der Schweiz einer geographischen Logik.

Zugleich führt diese geographische Ausgangslage zu einem einigenden Selbstverständnis der Schweizer Bevölkerung: man will sich vom grossen Nachbarn abgrenzen. Das gilt für alle drei Sprachregionen. In der Deutschschweiz kommt der stark vom Deutsch des Nachbarn abweichende Dialekt hinzu. In allen drei Sprachregionen haben die Schweizer das Gefühl, ihren Srachnachbarn jenseits der Grenze überlegen zu sein. Die Nachbarn wollen in der Schweiz arbeiten und importieren viele Produkte und Dienstleistungen aus der Schweiz. Dieser Stolz des Schweizers, sich gegenüber übermächtigen Nachbarn behaupten zu müssen und auch zu können, liegt in seiner DNA. Dies begann bereits mit dem Rütlischwur, bzw. dem Bundesbrief von 1291. Historisch gesehen, kann man 1291 nicht als Gründungsjahr der heutigen Schweiz bezeichnen, eher als Bündnis von drei eidgenössischen Urkantonen zur selbständigen Regelung von Politik und Gerichtsbarkeit, ohne Einflüsse von aussen. Dieses Bewusstsein, gemeinsam gegen einen übermächtigen Nachbarn bestehen zukönnen und seine Kultur selbstständig definieren und pflegen zu dürfen, ging von den alten Eidgenossen auf die heutigen Landes- und Sprachregionen über.

Die zahlreichen inneren Konflikte zwischen den Landesteilen, zB. in der Zeit der Reformation, führten jedoch nie dazu, dass sich einer der Landesteile freiwillig einem grossen Nachbarn angeschlossen hätte. Napoleon überrannte die Schweiz und gründete den ersten Schweizer Nationalstaat, die Helvetische Republik. Dies hätte das Ende des Kantönligeists sein können. Aber bekanntlich wurde Napoleon von anderen grossen Nachbarn besiegt. Im Wiener Kongress wurde die Nachkriegsordnung festgelegt. Keiner der drei mächtigen Nachbarn (schon gar nicht die unterlegenen Franzosen) wagten es, die Schweiz für sich in Anspruch zu nehmen, wollten sie aber auch nicht den anderen überlassen. Die Lösung eines neutralen Status für die Schweiz bot sich an. So gesehen kann 1815 als Gründungsjahr für die Schweizer Neutralität gelten. Danach hat es bis 1848 gedauert, bis die restlichen innenpolitischen Querelen beseitigt waren, und eine gesamtschweizerische Verfassung erarbeitet und in Kraft gesetzt wurde. 1848 ist das Gründungsjahr des Schweizer Staates, aber die Wurzeln gehen auf 1291 und 1815 zurück.

Die Neutralität der Schweiz war auch ein Vorbild, eine Blaupause, für die Neutralität des österreichischen Staates nach Zerfall der Monarchie 1918. Nachdem die Siegermächte die vielen Teile der k.u.k. Monarchie unter sich aufgeteilt oder in die Eigenständigkeit entlassen hatten, wurde (angeblich von Georges Clemenceau, französischer Ministerpräsident) der berühmte Satz geprägt: «Und der Rest ist Österreich». Auch hier wollte man einen Riegel zwischen die späteren Achsenmächte D und I schieben, und den Einfluss Russlands im Osten Österreichs nicht zu dominant werden lassen. Ein neutraler Riegel aus der Schweiz und Österreich im Herzen Europas, unabhängig von den grossen Nachbarn, schien den Siegermächten oppertun. Die Analogie zwischen der Neutralität Österreichs und der Schweiz liegt also im Machtgleichgewicht der europäischen Grossmächte. Genauso gut wie Clemenceau 1919 in Bezug auf Österreich hätte Metternich im Jahr 1815 sagen können: «Und der Rest ist die Schweiz».

In diesem neuen kleinen Österreich gab es nur Deutsch als Landessprache, im Unterschied zum früheren Vielvölkerstaat der Habsburger Monarchie. Die Tendenz, sich dem grossen deutschen Nachbarn anzuschliessen, und wie früher Teil eines grossdeutschen Reichs zu werden, war leider weit verbreitet. Nach dem Fiasko dieses Anschlusses und eines verlorenen Kriegs mussten die Siegermächte wieder entscheiden, was sie mit diesem Rest Österreich machen sollten. Es dauerte von 1945 bis 1955, bis alle 4 Grossen sich an das Konzept der Neutralität erinnerten. Eine Teilung des kleinen Österreich analog zum grossen Deutschland schien nicht praktikabel, und keiner der Siegermächte wollte dem anderen die Vorherrschaft gewähren. Und schon gar nicht sollte Österreich zu nahe an Deutschland positioniert werden. Die Nachkriegspolitiker Österreichs verstanden es auch gut, sich vom Deutschen Reich zu distanzieren und Österreich als erstes Opfer von Nazi- Deutschland zu inszenieren. Somit war die Lösung eines neutralen Österreich nach dem Vorbild der Schweiz ein willkommener Ausweg.

Österreich definiert die Neutralität jedoch anders als die Schweiz. Österreich ist der EU und dem Euroraum beigetreten und hat militärich nicht den Anspruch, sich unabhängig von der NATO verteidigen zu können. Die österreichische Neutralität besteht im Wesentlichen darin, sich keinem Militärbündnis anzuschliessen. Ein politisches Nahverhältnis zu seinen Nachbarn liegt durchaus im Interesse der Österreicher.

Die Schweizer hingegen wollen sich aus eigener Tradition und Überzeugung nicht zu sehr an ihre Nachbarn anlehnen. Und die Nachbarn haben diese Neutralität bisher meist akzeptiert, mit gewissen Ausnahmen: Napoleon eroberte die Schweiz. Sie war aber damals kein neutraler Staat im heutigen Sinn, sondern ein Konglomerat von Kleinststaaten ohne politische gemeinsame Ausstrahlung. (Demgegenüber machte Hitler eine Kosten-Nutzen Abwägung und liess die Schweiz in Ruhe. Sie grenzte ja auch an das verbündete Italien, das annektierte Österreich, und das in Eroberung befindliche Frankreich. Dass sich Hitler durch die Neutralität der Schweiz von einem Angriff hätte abhalten lassen, wenn eine Eroberung für ihn attraktiv gewesen wäre, kann man ausschliessen.)

Die Neutralität hat also primär mit dem Verhältnis zu den Nachbarn zu tun, als mit der globalen Positionierung. Wenn einer der Nachbarn US-freundlich wäre und der andere Russland-freundlich, dann gebietet die Neutralität der Schweiz, sich bei Konflikten USA -Russland raus zu halten (sonst wäre die Schweiz gegenüber seinen Nachbarn nicht neutral). Wenn aber sämtliche Nachbarn die Ukraine unterstützen wollen und den russischen Aggressor sanktionieren wollen, dann kann die Schweiz mitmachen, sofern das für sie stimmig ist. Die Neutralität gegenüber den Nachbarn ist hier nicht betroffen und nicht hinderlich.

Es wäre ein strategischer Vorteil für die Schweiz, wenn sie ihre Neutralität situationsabhängig beurteilen könnte, wobei relativ zu den Nachbarn eine strikte Interpretation der Neutralität einzuhalten wäre. Dies aus geschichtlicher Tradition und politischer Rechtfertigung der ureigensten Schweizer Neutralität. Mit anderen Worten: Neutralität zu den Nachbarn ja, unbedingt, aber Neutralität im globalen Kontext von Fall zu Fall.

Wie ticken Trump, Putin, Xi jinping?

Wenn man die aktuelle, ziemlich verworrene Weltpolitik verstehen will, sollte man sich die Motive der 3 mächtigsten Führer Trump, Putin und Xi Jinping etwas genauer ansehen. Vor allem: in welchen Zeithorizonten denken sie und was zählt für sie persönlich?

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Ein älterer Beitrag zu einem latenten Problem: Dichtestress und Lösungsansatz

Wir erleben Dichtestress vor allem im Verkehr bei den Stosszeiten. Die Strassen sind verstopft, die Züge sind voll. Dazu kommt, dass der Wohnraum knapp wird und die verbleibenden freien Flächen verbaut werden. Private Wohnhäuser müssen immer weiter an die Peripherie, weil die Städte Platz für neue Bürohäuser brauchen. Dadurch steigt der Pendlerverkehr. Um das Problem mit den Stosszeiten abzumildern, wird versucht, die Strassen und Bahnlinien zwischen Städten und Peripherie zu erweitern. Dabei geht weiterer Bauraum verloren, die Peripherie dehnt sich weiter nach aussen aus, und die Spirale dreht immer weiter.

Dagegen würde folgender Lösungsansatz helfen: das «Hybride home office».

1. Eine Präsenz im Büro ist nur zwischen 11:00 und 15:00 obligatorisch (je nach Bedarf pro Firma festzulegen). Darin ist eine Mittagspause von 30 bis 60 Min frei wählbar. In diesen 3 bis 3,5 h können Sitzungen, Besprechungen mit Kollegen/innen, etc. abgehalten werden. Es ist die «Kommunikationszeit». In dieser Zeit sollen Grossraumbüros und Sitzungszimmer benützt werden. Kurze Sitzungen: 11:00 bis 12:00 oder 14:00 bis 15:00, mittlere von 11:00 bis 13:00 oder 13:00 bis 15:00, lange von 11:00 bis 15:00, mit Pause.

2. Die übrigen 4h können individuell vor 11:00 oder nach 15:00 geleistet werden, primär im home office oder in kleineren Büros. Dies ist die «Bearbeitungszeit», um die eigenen Dossiers, Projekte, etc. in Ruhe abzuarbeiten. Die kleinen Büros sollen in «office sharing» betrieben werden. Alle Dokumente sind digital vorhanden, keine Büroschränke, PCs werden mit Passwort von mehreren Usern benützt.

3. Standardmässig gibt es eine Frühschicht von 7:00 bis 11:00 und eine Spätschicht von 15:00 bis 19:00. Aber dies kann flexibel gehandhabt werden. Total gibt es ca. 3.5h Kommunikationszeit und ca. 4h Bearbeitungszeit. Damit man auf 40h pro Woche kommt, sind individuell ca. 2.5h pro Woche zusätzlich einzuplanen. Dies erlaubt es, den Arbeitsumfang den Anforderungen anzupassen. Ungenutzte Freistunden können auch mit Ferien verrechnet werden, ebenso allfällige Überstunden.

Vorteile:

1. Der Verkehr konzentriert sich nicht auf die Stosszeiten zwischen 7:30 und 8:30, bzw. 17:00 und 18:00. In diesen Zeiten bleibt ein grosser Anteil an übrigem Werksverkehr. Aber die Bürolisten fahren z.T. schon zwischen 6:00 und 7:00, andere erst zwischen 10:00 und 11:00 ins Büro. Zurück fahren einige zwischen 15:00 und 16:00 und andere erst zwischen 19:00 und 20:00. Der Pendlerverkehr ist auf die Zeit von 6:00 bis 11:00 und 15:00 bis 20:00 ausgedehnt.

2. Die Angestellten können je nach ihren Bedürfnissen eher die Frühschicht oder die Spätschicht wählen. Dies ist auch für Familien mit kleinen Kindern von Vorteil. Wenn möglich können sie die Bearbeitungszeit auch im home-office erledigen. Aber eine geregelte Büropräsenz für alle von 11:00 bis 15:00 ermöglicht eine ausreichende Kommunikationszeit innerhalb des eigenen Standorts. Für die Kommunikation mit anderen Standorten und Zeitzonen (Asien, Amerika) wird ohnehin mit Videokonferenzen gearbeitet.

3. Durch die Gestaltung der Kommunikationszeit in Grossraumbüros und Sitzungszimmern, sowie den Kleinraumbüros mit Office-sharing kann Büroplatz eingespart werden. Es braucht weniger neue Bürohäuser, es bleibt mehr Raum für Wohnhäuser innerhalb der Städte. Dadurch reduziert sich auch der Pendlerverkehr in die und von der Peripherie. Die vorhanden Strassen und Bahnlinien müssen nicht ausgebaut werden.

Und vor allem: wir empfinden weniger Dichtestress!

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